Abschied

Am letzten Samstag jährte sich mein Geburtstag bereits zum 44. Mal.
Ich feiere schon die letzten Jahre diesen Tag nicht mehr. Anfangen hatte dieses Nichtfeiern wollen vor drei Jahren, ich verspürte einfach keine Lust an diesem Tag Gäste zu bewirten, wollte einfach nur faul sein. Dann, vor zwei Jahren überwog das Bedürfnis allein sein zu wollen, an diesem Tag, meinem sog. Ehrentag.
Auch letztes Jahr hatte ich wenig Interesse an Gesellschaft und gesellschaftlichem Feierzwang. Ich machte mich lieber auf die Suche nach „morbiden“ Fotomotiven. Und auch in diesem Jahr erging es mir anfangs ähnlich wie die Jahre zuvor. Mit einem Unterschied. Ausgelöst wurde dieser „Unterschied“ durch zwei Mädchen, Twens eben, die unbekümmert lachend vor mir die Strasse überquerten, während ich vor der Ampel in meinem Auto saß und auf Grün wartete. Ich saß da und boebachtete diese jungen Mädchen. Ich glaubte schon länger zu wissen, dass ich keine 20 mehr bin. Mein Verstand, mein Kopf, mein Pass alles deutet darauf hin, dass ich über 40 bin. Es war auch nicht mein Alter, dass mir in diesem Moment zu schaffen machte, sondern die Zeit, die schon vergangen ist und wie schnell sie vergangen ist.
Wer will ich noch sein? Was will ich noch tun?
Es ist seltsam, aber in diesem Moment, wartend und beobachtend im Auto sitzend, habe ich auch begriffen, dass ich keine 20 mehr bin. Das ist gut so!

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